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  • 12. Feb. 2008

    Juso-Hochschulgruppen kritisieren Konzept des Stifterverbandes zur Qualität der Lehre

    Nachdem mehrere Professorinnen und Professoren eine “Exzellenzinitiative für die Lehre” gefordert haben, folgte nun ein Konzeptentwurf vom Stifterverband der Wirtschaft für die Wissenschaft. Dieser sieht vor, dass das Projekt zusammen mit der Kultusministerkonferenz (KMK) und dem DAAD als Public-Private-Partnership (PPP) umgesetzt werden soll. Prinzipiell begrüßen die Juso-Hochschulgruppen die Forderung nach einer besseren Finanzierung der Lehre an den Hochschulen und auch, dass sich die Wirtschaft bereit erklärt, hier Verantwortung zu übernehmen. Wir befürchten jedoch, dass mit einer weiteren Exzellenzinitiative das Zweiklassensystem innerhalb der Hochschullandschaft weiter etabliert und eine breit angelegte Förderung der Studierenden unmöglich gemacht wird.

    “Angesichts des maroden Zustands vieler Universitätsgebäude und einem erheblichen Mangel an Lehrpersonal an den Hochschulen ist es ein Hohn, über eine Exzellenzinitiative für die Lehre zu sprechen. Wer von Exzellenz redet, spricht immer von der Förderung der Minderheit. Wir Juso-Hochschulgruppen fordern daher Politik und Wirtschaft auf, eine Qualitätsoffensive zu starten, die allen Hochschulen und Studierenden zu Gute kommt”, sagte Mike Josef vom Bundesvorstand der Juso-Hochschulgruppen.

    Darüber hinaus will der Stifterverband zusammen mit Partnern und Unternehmen kurz- bis mittelfristig ca. fünf Millionen Euro für die Exzellenzinitative bereitstellen - also nur einen Bruchteil der 1,9 Millarden Euro, die für die Forschung bereit gestellt wurden. Die Prioritätensetzung, die dahinter steht, ist eindeutig. Die Juso-Hochschulgruppen lehnen diese ab.

    “Die Lehre darf nicht zu einer ausschließlich auf die Interessen der Wirtschaft ausgerichteten Ausbildung verkommen. Lehre an Hochschulen muss vielmehr auch wissenschaftliches Arbeiten, kritisches Denken und die persönliche Entfaltung der oder des Einzelnen zum Ziel haben. Deshalb muss der Staat hier umfangreich investieren. Wettbewerbe, die eher auf Symbolwirkung nach außen zugeschnitten sind, sind völlig unzureichend.”, so Josef abschließend.

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