I. Die Arbeit des AStA
1. Transparenz bei der Stellenvergabe
Verantwortungsvolle Ämter innerhalb der Studierendenvertretung sollen von verantwortungsbewussten Personen übernommen werden. Nicht jeder von diesen ist jetzt schon hochschulpolitisch aktiv. Wir wollen uns dafür einsetzen, dass nicht mehr die Zugehörigkeit zu einer hochschulpolitischen Gruppe das alleinige Kriterium für eine Mitarbeit in den AStA-Referaten darstellt! Eine Mitarbeit der Juso-HSG im AStA gibt es nur bei einer transparenten Stellenausschreibung.
2. Der AStA: serviceorientiert und politisch
Studierende haben einen Anspruch auf möglichst qualifizierte Unterstützung, und das schließt auch Service mit ein. Wir wollen eine Diskussion aufleben lassen, was einen wirklich dienstleistungsorientierten AStA ausmacht.
Die Studierendenvertretung ist aber auch ein Ort, an dem Politik gemacht wird. Politische Diskussionen sollten im Studierendenparlament stattfinden, dort hat jeder Rederecht und dort soll weiterhin das „Herz“ der Hochschulpolitik liegen. Auch der AStA soll nicht „entpolitisiert“ werden - die Debatten um die Einführung von Studiengebühren haben gezeigt: Für die Vertretung nach außen und gegenüber dem Rektor sowie die für Moderation von Diskussionen innerhalb der Studierendenschaft brauchen wir einen fähigen, motivierten und politischen AStA-Vorstand.
3. Eine Vertretung für die Studierenden und mit den Studierenden
Wir glauben nicht daran, dass die Mehrheit der Studierenden politikverdrossen und uninteressiert ist. Wir fordern jedoch mehr Transparenz und einen intensiveren Dialog zwischen der hochschulpolitischen Vertretung und den Vertretenen. Nur so kann die Kluft, die sich hier offenkundig aufgetan hat, wieder geschlossen werden. Der AStA-Vorstand muss auf die Studierenden zugehen, die Außendarstellung des AStA ist zu optimieren.
4. Ausreichend finanziert, aber sparsam verwaltet
Insbesondere die drastische Absenkung der Studierendenzahlen an unserer Uni (von ehemals 25000 auf derzeit ca. 17000) führt zu erheblichen Mindereinnahmen bei den AStA-Beiträgen. Dennoch soll die politische und kulturelle Arbeit des AStA nicht beeinträchtigt werden. Wir stehen daher im Bedarfsfall für eine moderate Erhöhung der AStA-Beiträge. Klar ist aber auch: Eine sparsame Haushaltsführung im AStA ist oberstes Gebot. Die aus den Zeiten finanzieller Sorglosigkeit stammenden AStA-Strukturen müssen auf den Prüfstand. Eine konsequente Nutzung von Sparpotentialen geht einer Mehrbelastung der Studierenden vor.
II. Unsere Universität
1. Gegen den alltäglichen Mangel
Auch von Seiten der Hochschule muss noch einiges an Verbesserungen im Sinne der Studierenden erfolgen. Dabei ist vor allem die Ausstattung der Universitätsbibliothek zu nennen. Mangelhaft ausgestattete Laboratorien und überfüllte Seminare sind nicht hinnehmbar. Wir fordern, dass die Hochschulleitung verstärkt die Bedürfnisse ihrer Studierenden berücksichtigt. Insbesondere die Erträge aus den an der HHUD (leider!) eingeführten Studiengebühren müssen in die Verbesserung der Lehre fließen.
2. Für eine adäquat angebundene Universität
Wir wissen, dass wir hier in Düsseldorf eine so genannte „Pendler-Uni“ sind, doch was wird eigentlich für all diejenigen getan, die jeden Tag Stunden in öffentlichen Verkehrsmitteln verbringen? Ein Großteil der Semesterbeiträge werden an den VRR und die Rheinbahn entrichtet - im Gegenzug können auch Forderungen aufgestellt werden. Wir setzen uns deshalb für eine bessere Anbindung der Uni an den öffentlichen Nahverkehr und insbesondere für die Verlängerung der U79 ein. Auch eine ausreichende Beleuchtung der Wege zu den Haltestellen ist hier zu nennen - das Sicherheitsempfinden sollte gerade auf dem Weg zu Bus und Bahn nicht beeinträchtigt werden!
3. Demokratie an der Hochschule
Aktive Mitarbeit in den Fakultätsräten und im Senat ist eine weitere wichtige Säule, auf der unsere Arbeit ruht. Wir treten deshalb für beinahe alle Fakultätsräte und den Senat an. Auch im Verwaltungsrat des Studentenwerks arbeiten wir mit. Nur so kann eine Vertretung möglichst aller Studierenden auf allen Ebenen gewährleistet werden. Dazu gehört aber auch, dass die ohnehin schon nicht üppigen Mitwirkungsrechte der Studierenden nicht weiter beschnitten werden. Die formelle oder informelle Abwertung dieser Gremien (sei es durch das sogenannte “Hochschulfreiheitsgesetz” oder durch die stillschweigende Ersetzung des Fakultätsrats durch die Hochschullehrerbesprechung) ist nicht hinnehmbar!
III. Die “große” Hochschulpolitik
1. Bachelor und Master
Die Einführung der neuen gestuften BA/MA-Studiengänge haben wir ursprünglich kritisch gesehen. Nachdem dieser Zug abgefahren ist, kommt es nun darauf an, negative Folgen zu minimieren. Inakzeptabel ist vor allem, dass z.T. nur 25% der Bachelor-Absolventen in einen Master-Studiengang übernommen werden sollen. Ebenfalls abzulehnen ist das Vorhaben, nur den Bachelor zum gebührenfreien Erststudium zu deklarieren und für den Master (der früher zumeist einem Magister oder Diplom entsprochen hätte) Gebühren zu verlangen.
2. Studiengebühren
Studiengebühren lehnen wir ab. Dabei geht es uns insbesondere um die Chancengleichheit in unserer Gesellschaft. Es ist in unseren Augen sowohl ein ethisches als auch ein ökonomisches Gebot, Menschen aus allen Schichten den gleichen Zugang zu universitärer Bildung zu ermöglichen. Hier steht sowohl der Charakter einer solidarischen und integrativen Gesellschaft als auch unsere Zukunft als Wissensgesellschaft auf dem Spiel. Im übrigen ist Bildung ein Gut besonderer Art und kein Wirtschaftsgut wie jedes andere.
Die Gegnerschaft zu Studiengebühren darf allerdings nicht in die Nähe studentischer Besitzstandswahrung geraten. Haltungen dieser Art beeinträchtigen den gesellschaftlichen Reformprozess bereits an zu vielen Stellen. Sicherlich ist die Finanznot der Länder kein Argument für die Einführung von Studiengebühren. Die Gebührenfreiheit muss aber in Zeiten zunehmender gesellschaftlicher Knappheit offensiv und mit überzeugenden Argumenten verteidigt werden. Wir sind der Meinung, dass dies möglich ist.
3. Verfasste Studierendenschaft
Wir bekennen uns zur verfassten Studierendenschaft als einer Körperschaft, die von ihren Mitgliedern (den Studierenden) Beiträge erheben und eine Satzung erlassen kann. Diese Organisationsform fördert die studentische Willensbildung und stärkt ihre Vertretungsmacht. Sie ermöglicht studentische Selbstverwaltung und zwar insbesondere auf den Gebieten, auf denen sich die bürokratische Hochschulverwaltung selten hervortut (insb. kulturelle, soziale und integrative Arbeit).